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Das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Villmar

Am 14.12.1979 wurde von vierzehn Villmarer Musikern, die bereits geraume Zeit miteinander musiziert hatten, die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Villmar gegründet. Die musikalische Leitung übernahm der damals 65-jährige Heeresmusikmeister a.D. Paul Lüngen.

Am Ostersonntag des Jahres 1983 trat die inzwischen auf 30 Musiker angewachsene Kapelle mit ihrem ersten Konzert, das von den Musikern als Wunschkonzert veranstaltet wurde, in die Öffentlichkeit. Schon Wochen vorher war das Konzert ausverkauft und die Turnhalle platzte aus allen Nähten. Die Zuhörer waren begeistert und bescheinigten Orchester und Dirigent hervorragende Arbeit.

Bereits ein Jahr später führte die erste Konzertreise nach Freudenstadt im Schwarzwald, wo man zu einem Konzert im Kurhaus aufspielte. 1985, noch unter der Leitung von Paul Lüngen, vertrat die Kapelle den Landkreis Limburg-Weilburg auf der Bundesgartenschau in Berlin. Nach den gelungenen musikalischen Auftritten entspannten sich die Musiker dort u.a. bei langen Kreuzberger Nächten.

Nachdem Paul Lüngen aus Altersgründen den Dirigentenstab aus der Hand legte, übernahm im Herbst 1985 mit Ludvik Jablonski ein Berufsmusiker die Kapelle. In seiner fünfjährigen Amtszeit formte er mit großem Können einen beachtlichen Klangkörper, der sich nicht nur auf den Vortrag traditioneller Blasmusik beschränkte, sondern auch anspruchsvolle Musik zu Gehr brachte. In diese Zeit fiel auch die erste Auslandsreise der Kapelle, die auf Empfehlung des damaligen Landrats Wuermeling im Jahr 1987 den größten südamerikanischen Staat, Brasilien, bereiste und dort in Gebieten mit überwiegend deutschstämmiger Bevölkerung die größten Hallen füllte. Das Publikum dort war begeistert von den heimatlichen Klängen, die sogar im brasilianischen Hörfunk bertragen wurden. Erwähnenswert ist auch die Gastfreundschaft, die den Musikern bei ihrem Aufenthalt in den brasilianischen Familien entgegengebracht wurde. Durch die Aufnahme als zusätzliches Familienmitglied entstanden tiefe Freundschaften, die zum Teil noch heute fortbestehen. Zum Abschluss erholten sich die Musiker dann in Rio de Janeiro am Strand, bei Samba und Churrasco.

1990 wanderte Dirigent Ludvik Jablonski nach Australien aus. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für ihn war nicht einfach. Mit Darek Kolodynski wurde dann jedoch ein Dirigent gefunden, der sich als Glücksgriff für das Orchester erweisen sollte. Kolodynski, der, ebenso wie Ludvik Jablonski, die Musik zu seinem Beruf gemacht hat, verstand es durch sein musikalisches Können, das wahre Leistungsvermögen aus dem Orchester herauszuholen. Zwei große Konzertreisen ins Ausland fielen in seine Amtszeit. 1993 ging es für dreieinhalb Wochen nach Australien, wo es ein Wiedersehen mit Ludvik Jablonski gab, der es sich nicht nehmen ließ, das Orchester auf seiner Reise durch den fünften Kontinent zu begleiten. Nachdem man in den ersten Tagen mehrere Konzerte in Melbourne und Sydney, unter anderem auch am Sydney Opera House, zu Gehr brachte, führte eine Rundreise zu den großartigen Naturwundern Australiens, wie Ayers Rock und Great Barrier Reef. Auch eine Fahrt mit dem aus dem Film "Meuterei auf der Bounty" bekannten Segelschiff Bounty stand auf dem Programm.

Mitten in den Vorbereitungen für die nächste große Reise nahm das Orchester im Herbst 1997 seine erste CD Gonna fly now auf. Die nächste große Reise führte im Jahr 1998 über den großen Teich in die USA. Nach einem Zwischenstopp in Chicago gestaltete das Orchester u.a. an mehreren Tagen ein großes Volksfest musikalisch mit. Dort war es auch, wo man sich mit der Musikkapelle Handenberg anfreundete. Anschließend ging es mit dem Bus durch Amerikas Westen. Städte wie San Francisco, Las Vegas und San Diego standen auf dem Programm. Weitere Ziele waren natürlich die verschiedenen Nationalparks, Zion Nationalpark, Grand Canyon, Bryce Canyon und Yosemite Nationalpark.

Im November 1998, für alle überraschend, entschied sich Darek Kolodynski, das Orchester aus privaten Gründen zu verlassen.

Auch dieses Mal erwies sich die Suche nach einem neuen Leiter für das Orchester als schwierig. Das Jahr 1999 stand daher auch im Zeichen des Umbruchs und Übergangs. Michael Steiner, Leiter des Orchesters des TV Niederbrechen, übernahm die vorübergehende Aufgabe, das Orchester auf das Jubilumskonzert im Herbst 1999 vorzubereiten, was ihm in eindrucksvoller Weise gelang.

Von Februar 2000 bis April 2002 stand das Orchester unter der Leitung von Marco Spohn. Er war ein absoluter Fachmann im Bereich der symphonischen Blasmusik. Sein Ziel, die Qualität der musikalischen Darbietungen weiter zu steigern, hat er in nur kurzer Zeit erreicht. Mit einem auch von Fachleuten als hervorragend bewerteten Konzert verabschiedete er sich aus beruflichen Gründen. Seitdem leitet mit Klaus Dasbach, einem Mann mit jahrelanger Erfahrung auf dem Gebiet der Blasmusik, wieder ein heimischer Dirigent die Geschicke des Orchesters.

Im August 2002, kurz nach seinem Amtsantritt wurde das Blasorchester im Hörfunkprogramm des Hessischen Rundfunks vorgestellt. Musik und Aktivitäten des Orchesters wurden in einem halbstündigen Beitrag einem großen Hörerkreis näher gebracht.

Im Jahr 2003 nutzte das Blasorchester dann die Chance, sich als Vorgruppe der "Schürzenjäger" bei deren Tournee zum dreißigjährigen Bühnenjubiläum sowohl in der Frankfurter Jahrhunderthalle als auch in der Kölnarena zu präsentieren. Im gleichen Jahr führte noch eine Reise nach Spiegelau im Bayerischen Wald, wo man als Festkapelle beim traditionellen Pandurenfest engagiert war.

2004 stand dann das fünfundzwanzigjährige Jubilum des Orchesters an, dass mit einem großen Jubilumskonzert am Ostersonntag gefeiert wurde. Neben einem gelungenen Konzertprogramm war sicherlich der gemeinsame Auftritt der aktuellen und ehemaligen Musiker ein Höhepunkt dieses Abends.

In 2006 folgte die vierte und bisher letzte große Konzertreise in den Osten Kanadas und der Vereinigten Staaten sowie Florida. Konzerte in Montreal, Ottawa und Washington standen dabei auf dem Programm. Weitere Stationen waren New York, Toronto, die Niagara-Flle sowie Orlando und Miami Beach.

Andere Höhepunkte in 30 Jahren Blasorchester waren neben den alljährlich durchgeführten Konzerten, die Teilnahme am Hessentag in Weilburg, sowie die Konzertreise im Sommer 2000 nach Österreich, wo man auf Einladung der Musikkapelle Handenberg deren 120-jähriges Jubiläum mitgestaltete, sowie der letztjährige Besuch dort, anlässlich der zehnjährigen Freundschaft mit den österreichischen Musikern.

Im Moment verfügt das Orchester, dem ca. 45 aktive Musikerinnen und Musiker angehören, über ein Repertoire von ca. 450 Musikstücken, die alle Bereiche der Blasmusik von der traditionellen bis zur modernen Musik abdecken. Seit fünf Jahren veranstaltet das Blasorchester auch mit großem Erfolg ein zünftiges Oktoberfest, bei dem die Freunde der Blasmusik voll auf ihre Kosten kommen.

Die Proben finden jeden Freitag von 20:00 bis 22:00 Uhr statt.

Bei Interesse wenden Sie sich an unseren Abteilungsleiter Andreas Laux 0175 / 290 840 6
oder schreiben Sie uns eine e-Mail blasorchester@ffw-villmar.de